Es geht weiter! Heute berichte ich euch von unserem Unity Game Engine Workshop und gebe euch passend zur Thematik, einen Blick in meinen Werdegang: Ich habe einen 3D Animationsfilm gemacht!

Nach dem ich euch HIER zuletzt vom Radierungskurst und dem Paint Aktzeichnenkurs berichtete, geht es jetzt technisch weiter: Wir haben mit der Unity Gameengie gearbeitet und ein Kampfspiel gebastelt. Es kommt Haftbefehl vor, also stellt euch auf Klasse ein, Chos.

Neue Medien Workshop - Unity Engine Einführung

Der Unity Engine Kurs war Teil des Neue Medien Workshops. Hier haben wir eine kleine, rudimentäre Einführung in die Handhabung der kostenlosen und frei zugänglichen Game Engine "Unity" erhalten - mit dieser Engine wurde übringens auch das Ein-Mann-Projekt "Slender" verwirklicht. Das berühmt, berüchtigte Horrorspiel, bei der man nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet, alleine durch einen dunklen Wald wandert und acht Zettel einsammeln muss, während einem der Slenderman dicht auf den Fersen ist. Übrigens immernoch scheiße gruselig.

Angefangen hat der Kurs mit einer Einführung in die, für mich unfassbar unverständliche, Materie des Programierens. Mit "bool", "get if" und vielen anderen Befehlen, schrieben wir einfache Codezeilen für Dinge wie die Steuerung, oder die Kollisionsabfrage von Objekten. Zusammen mit Àron (ihr erinnert euch, er hat mir bei meinem aktuellen Filmprojekt Mannequin geholfen!), haben wir ein kleines 1 vs. 1 Spielchen programiert, bei dem Spieler 1 seine Box per Pfeiltasten und Spieler 2 seine Schachtel per WASD steuern kann und die jeweils andere Box aus dem Level schubsen muss. Vor dem Hintergrund einer Kölner Dönerbude, kämpft Box 1 (mit einer Textur von Haftbefehl geschmückt), gegen Box 2 (mit der Textur eines Dönerfachverkäufers versehen). Ihr habt es euch schon selbst gedacht - ein wirklich geniales Werk mit einzigartiger Spielerfahrung, wie es das kleine Video hier auch eindrucksvoll demonstriert.

Warum habe ich es hier aufgeführt? Weil ich es als essentiel für meinen kreativen Entwicklungsprozess ansehe, mich auch immer abseits der eigenen Profession auszutoben. Um eine Ecke betrachtet überschneidet sich das Filmemachen nicht mit der Spieleentwicklung. Aber das stimmt so nicht. Denkt man noch eine Ecke weiter, kann man fast immer gewisse Aspekte anderer medialer Felder, in das eigene Schaffen mit einfließen lassen. So hat mich dieser Workshop auf die Idee gebracht, zukünftige Projekte vielleicht im Vorfeld, im Rahmen eines interaktiven Point&Click Adventures, zu "bewerben", oder zu präsentieren. Zu einem zukünftigen Horrorkurzfilm könnte man eine Art "Prequel" Spiel entwickeln und so die Lust auf den Film steigern. Ich will euch nahelegen: Lasst euch von überall her inspirieren für eure Projekte, wie z.B. vom Bildaufbau eines Gemäldes, dass ihr in Einstellungen für eure Filme übernehmt, oder wie hier, von Videspielentwicklung. Tatsächlich war das hier aber nicht mein erster Kontakt mit 3D-Engines und Entwicklung, wie ich in der Einleitung bereits andeutete: Ich habe bereits meinen eigenen 3D Animationsfilm realisiert, den ich euch passend hierzu vorstellen möchte.

Frühere Erfahrungen im 3D Bereich

Natürlich war der eintägige Unity-Kurs nicht dazu geeignet, wirklich tief in die Materie einzusteigen. Dazu bedarf es monatelangen Fleiß und Arbeit. Es hat mich aber wohltuend an mein 12 monatiges Praktikum im 3D Animationsstudio "Lichthof Film & Animation" erinnert (Sowas hat Kassel auch zu bieten!). "Lichthof FIlm & Animation" ist ein Animationsstudio, dass für MTV die bekannten Werbebreaks aus den frühen 2000ern produzierte und zuletzt für Disney Europe arbeitete. Angefangen mit Trickfilm hat sich die Gruppe um Joachim Bode und Peter Lemken immer mehr in Richtung 3D Animation spezialisiert und immer mehr Reputation in der Branche erlangt.

Zwei absolute geniale Charakterköpfe, denen ich hiermit nochmal herzlich danken möchte! Es war eine absolut geniale Zeit. Peter hat übrigens schon vor 17 Jahren auf dem Amiga 4000 mit 3D (!!) gearbeitet und einen eigenen Animationsfilm gemacht. Schaut HIER mal rein! Ich garantiere euch, ihr werdet es nicht glauben, dass dieser Film mit einem Amiga realisiert wurde! Hier durfte ich 12 Monate Erfahrungen sammeln und wurde als vollweriges Mitglied in die Produktionen für Disney eingespannt. Meinen Scheiß bei Disney zu sehen, war und ist immernoch, eine echt geile Erfahrung, auch wenn das Unternehmen Lichthof leider geschrumpft ist und die Beteiligten sich leider getrennt haben. Wie auch immer! Ich wurde tief in die Materie der 3D Animation eingearbeitet und durfte meinen eigenen Animationsfilm machen: Happy Man.



Ganze 12 Monate habe ich an dem Projekt gearbeitet. Manchmal den ganzen Tag, manchmal neben den Aufgaben dir mir zuteil wurden.Entweder, wie oben erwähnt, bei den Aufträgen für Disney, oder an meiner Mappe, für die erste Bewerbung an der Kunsthochschule Kassel (bei der ich damals scheiterte wohlgemerkt). Joachim hat mich in die Mangel genommen und mich zuerst einmal gezwungen einen Charakter zu entwickeln: Auf Papier. Was mich erst ultra anätzte, war aber essentiell, um 3D am Computer zu modelieren.

 

 

 

Nach etlichen Versionen meines Charakters war das Design final und ich bereit, um Happy Man in Maya (ein 3D Animationsprogram) nachzumodellieren.

Zwischenzeitlich habe ich die Welt ausgearbeitet, in welcher der Film spielen sollte. Angefangen habe ich mit einem simplen Backsteinhaus, um das herum ich dann aus meiner Bauwut heraus (Sims lässt grüßen) eine ganze Stadt mit Vierteln und Straßennamen modellierte. Es gibt das heruntergekommene Wohnviertel für den Unterstand, den, von der "Einkaufskathedrale" verdrängten und verlassenen, alten Marktplatz, der dann zum Banken- und Büroviertel führt. Inspiriert war ich vom Setting in "Blade Runner" - Ich wollte eine distopisch, futuristisch anmutende Welt zeigen, in der jeder einer krankhaften Uniformität unterliegt, welche die Menschen verlernt haben zu hinterfragen. Man kleidet sich mit Hemd und Krawatte, weil man sich mit Hemd und Krawatte kleidet (Versteh das doch Woyzeck).

Happy Man ist ein Charakter mit menschlichem Körper und einem Fischglasartigen Kopf, indem seine stupiden Gedankengänge einsehbar sind, anhand von simplen Symbolen. Seine Sprache ist einfach, sein Verhalten vorhersehbar und er trägt diese merkwürdige Krawatte, die ihm seinen Hals zuschnürt, sodass sich ein riesiger Wulst darunter gebildet hat. In dieser Welt machen das alle so. Happy Man trifft auf dem Weg zur "Einkaufs Kathedrale" eine unbekannte Person, die aber, anders als er, einen merkwürdigen Kopf hat. Er ist menschlich. Diese Person rät ihm, er solle seine Krawatte lockern. Zuhause angekommen, lässt es unserem Happy Man keine Ruhe und er kämpft mit sich, ob er die Krawatte lockern soll, oder nicht. Letztendlich traut er sich und man hört seinen Glaskopf zerbersten. Die letzte Szene, die zeigt, dass der Wulst in seinem Hals, aus einem Haufen Symbolen besteht, die Nächstenliebe, Neugier, Empathie usw. usf. symbolisieren, und sich auf dem Fußboden wie Blut verteilen, nachdem sie seinen Kopf sprengen, weil die Krawatte sie nichtmehr "unterdrückt", konnte ich leider nichtmehr realisieren, da mein Praktikum zu Ende gegangen ist.

Die Erfahrung und das Wissen mit dem 3D Program "Maya" sind für mich Gold wert: Denn ich kann zusammen mit After Effects, Reales mit Virtuellem verbinden. Ich kann 3D Modelle in Aufnahmen implementieren und so neue Welten schaffen. Wie ich schon sagte: Du kannst überall, aus jedem Fachbereich, etwas mitnehmen für deine eigene Profession. Lasst es nur zu!

Ich hoffe Teil 3 des Semsterrückblicks hat euch trotz, oder vielleicht sogar gerade wegen dem kleinen Abschweif in meine Vergangenheit gefallen und ihr seid beim nächsten mal wieder dabei!

Hier geht es zum vorigen Artikel: Hinter den Kulissen - MANNEQUIN | Die letzten Vorbereitungen
Hier geht es zum letzten Semesterrückblick: Das erste Semester Kunsthochschule Kassel - Teil 2

LG
Harry @ HxB - Bewegtbild Produktion

 

 

 

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