Wie angekündigt setzt mein Semesterrückblick erstmal aus, denn ich möchte meinen Blog jetzt dafür nutzen, euch hinter die Kulissen meines akutellen Projektes zu führen - "Mannequin". Ein Horrorkurzfilm, inspiriert von den Meistern des Horrors: H.P. Lovecraft, Edgar Allan Poe, Stephen King und vielen mehr.

Ich war schon immer ein riesiger Fan von Horror, egal ob in literarischer, oder videografischer Form. Ob "Wassergrube und Pendel" von Poe, oder "The Shining" von Kubrik - Es ist der psychologische Horror, der mich zutiefst erschaudern lässt. Eine verstörende Atmosphäre, die sich ein Werk von A bis B aufbaut und beibehält, vage Beschreibungen von grauenhaften Dingen und das Reizen der Angst vor dem Unbekannten durch das kurze Erahnen einer verzerrten Silhouette, die so garnicht mit unserer Erwartung einer zum Beispiel menschlichen Gestalt übereinstimmen will.

Das diese Werke, ob in Büchern, oder Filmen, eine absolute Seltenheit sind, lässt sich wohl auch damit erklären, dass es wesentlich mehr Finesse und ein geschultes Auge für die menschliche Psyche bedarf, um überhaupt diese Urängste im Menschen reizen zu könnnen. Wer das nicht kann, setzt dann auf billige Jumpscares. Hervorragende Beispiele für Horrormeisterwerke sind: The Shining, A Tale of two Sisters (Das südkoreanische Original, nicht die Würgereiz erzeugende, amerikanische Neuverfilmung!), Three Nightmares, Three Extremes, Sinister, Der Babadook und Jacob´s Ladder, um ein paar davon zu nennen.

Diese und andere Filme, haben in mir schon immer den Drang hervorgerufen, meine eigene kleine, verstörende Horrorgeschichte zu erzählen. Ich konnte stundenlang, die sogenannten "Creepypastas" im Internet lesen. Das sind diese kleinen, von privaten Autoren verfassten Horrorkurzgeschichten, denen wir den Slenderman, Jeff the Killer, Ben drowned, Smiling Man (Zu dieser Creepypasta gibt es einen super Fanfilm HIER) vedanken.
ACHTUNG: Ich warne euch vor (das ist mein Ernst!), wenn ihr euch die Geschichten im dunkeln und bei Nacht geben wollt, solltet ihr hartgesotten sein,  mir haben diese schon des Öfteren ganz schön abgefahrene Albträume eingebrockt.

So entstand mein erster Versuch im Horrorfilmgenre - A Sick Mind. Der Versuch ist gelungen und ich bin relativ zufrieden gewesen mit dem Ergebnis. Der Film ist auch ziemlich gut angekommen und so stand für mich fest, dass das nicht mein letzter Film in diesem Genre werden sollte. Und hier ist meine Idee für "Mannequin" entstanden:

Zu dieser Stelle fahre ich bis heute noch hin, wenn ich innehalten will, um nachzudenken und mein weiteres Vorgehen (damals war es die Bewerbungsphase an den Kunsthochschulen) zu planen. Hier ist es ruhig und friedlich. Es passiert praktisch garnichts - bis auf dieses Licht. Da ist dieses Licht an der Fassade des Hauses, das nachts in festen Intervallen aufleuchtet und erlischt. Immer wieder. Ich dachte anfangs, es wäre der Bewegungsmelder, aber musste bald feststellen, dass das Leuchten einem präzisen Intervall folgte - Es geht an, leuchtet eine Weile, erlischt dann für einen Moment, um dann wieder aufzuleuchten. Immer und immer wieder. Bis heute.

Irgendwann malte sich meine Fantasie aus: Wie wäre es, wenn im Schein dieser Lampe auf einmal eine Gestalt auftauchen würde? Und wie wäre es, wenn diese Gestalt, jedesmal, wenn das Licht wieder aufleuchtete, ein Stück nächer kommen würde? Ätzend, dachte ich mir und machte mich noch am Abend daran, eine kleine Geschichte darüber zu schreiben. Die Idee zu Mannequin war geboren.

Ich arbeitete lange an der Handlung und es sind viele Drehbuchversionen enstanden. Vor allem blieb ich lange unsicher, WAS sich im Schein des Lichtes für eine Gestalt auftun sollte. Ich hatte viele Ideen und ließ mich zum größten Teil von dieser schrägen Figur des "Gestiefelten Katers" vor einer Märchenbäckerei in Rengershausen inspirieren. 

Kein Scherz, ich kriege jedesmal Gänsehaut, wenn ich an ihm vorbeifahre: Die völlig verzerrten Proportionen der Extremitäten (Arme sehr lang, Beine zu kurz, Rumpf dagegen "normal") und dieser Ausdruck im Gesicht, der besonders diabolisch aus dem Profil wirkt. Ich ließ mir diesen wirklich skurilen Kater lange durch den Kopf gehen und erinnerte mich an die lebendigen Schaufensterpuppen der ersten Folge, erste Staffel, des "Doctor Who" Reboots. In meinem Kopf verschmolzen die grausigen Proportionen des gestiefelten Katers mit der Idee einer lebendigen Schaufensterpuppe zu meinem Antagonisten.

Das ist das Ergebnis: Mannequin.

 

Zum Abschluss noch die Handlung des Films in einer Kurzfassung:
Als Garry nachts wieder unter krankhafter Schlaflosigkeit leidet, welche ihm droht den Verstand zu rauben, fährt er raus in die frische Luft, um einen klaren Kopf zu bekommen. Doch wird aus der Entspannungszigarette bei frischer Luft eine Bewährungsprobe, als im Scheine eines einsamen Lichtes eine seltsame Gestalt auftaucht und der psychologische Terror beginnt.

Somit verabschiede ich mich bei euch und hoffe, euch hat der erste Einblick in meine Arbeit gefallen. Weiter geht es bald mit Teil 2 der "Hinter den Kulissen - Mannequin" Reihe - Diesmal dann mit einem tiefen Einblick in die Entstehung des Storyboards, dem Organisieren eines Filmteams und vielem mehr!
Áron schenkt euch noch ein hübsches Lächeln zum Abschied und ich wünsche euch einen schönen Tag!

Zum vorigen Beitrag geht es hier lang: Das erste Semester Kunsthochschule Kassel - Teil 2

Euer Harry @ HxB - Bewegtbild Produktion

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